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Schnellsuche: Ben - Sadek - Kara - Nemsi - Dscherid - Ateïbeh
Halef - Hamd - Amasat - Hast - Osco - Hadschi - Pferd - Allah

Person - Name: Omar


Übersicht - a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z
Omars

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...ennen.« »Und wer soll sie bekommen, Sihdi?« »Wer meinst Du wohl? Die Schecken sind Pferde, welche wohl weit und breit nicht ihres Gleichen finden. Dazu kommt der Ruhm, diesen Räubern ihre Thiere abgenommen zu haben. Ich denke, Du nimmst eins und Omar eins.« »Um sie für immer zu behalten?« fragte er hastig. »Natürlich! Hoffentlich laßt Ihr sie Euch von den Aladschy nicht wieder abnehmen.« »Herr, Du weißt nicht, welche Freude Du mir bereitest. Ich reite mit Euch bis Skutari und will dann mein ...

...Herr, Du weißt nicht, welche Freude Du mir bereitest. Ich reite mit Euch bis Skutari und will dann mein Vaterland, die Czernagora, besuchen, bevor ich nach Stambul zu meiner Tochter zurückkehre. Wie wird man mich dort um das Pferd beneiden!« Auch Omar sprach seine große Freude aus. Beide fühlten sich ganz glücklich über das Geschenk, welches ich ihnen da gemacht hatte, ohne daß es mich einen Para kostete. Sie waren eben darüber, zu losen, welches Pferd dem Einen und dem Andern zufallen sollte, ...

...ereits gebrauchte zu nehmen, was bei ihm freilich nicht gut anders möglich war - - - man mußte die Folgen abwarten. Auch ich nahm meinen Czakan zu mir. Dann verließen wir schleunig den Ort, welcher unser Sterbebett hatte werden sollen. Osco und Omar ritten ihre Schecken; die bisher benutzten Pferde wollten sie verkaufen. Neben diesen beiden Letzteren mußten sie auch dasjenige am Zügel führen, welches ich für Stojko zurückbehalten hatte. Glücklich, so leichten Kaufes davongekommen zu sein, tr...

... Frage aufrichtig beantworten?« »Sehr gern, mein lieber Halef.« »Meinst Du, daß ich heute meine Sache gut gemacht habe?« »Vortrefflich.« »Ich bin also tapfer gewesen und habe Deine Zufriedenheit erworben?« »Im vollsten Maß.« »So sind aber wohl Omar und Osco noch tapferer gewesen als ich?« »O nein, obgleich auch sie ihre Schuldigkeit vollauf gethan haben.« »Aber Du hast sie doch so sehr vor mir ausgezeichnet!« »Das wüßte ich nicht.« »Du hast ihnen doch die Schecken gegeben! Omar hat nur einen Feind besiegt, Osco zwei und ich that's sogar mit Dreien!« »Allerdings mit meiner Hülfe, Halef.« »Hast Du nicht auch Osco geholfen? Warum hat denn er einen Schecken bekommen und nicht ich? O Sihdi, ich bin Dein Freund und Beschütze...

...aber finde ich, daß Andere Dir mehr gelten.« »Du täuschest Dich, Halef. Du bist mir der Liebste von Allen.« »Das hast Du heute bewiesen. Wer wird stolz sein auf Osco, wenn er auf dem Schecken durch die Czernagora reitet? Wer wird sich freuen über Omar's Pferd? Er hat keine Verwandten, er ist jetzt vollständig fremd in der Welt. Ich gönne ihm die Freude, denn er ist ein braver Kamerad und ich habe ihn sehr lieb. Aber denke einmal an Hanneh, an mein Weib, die Rose der Frauen, die Sanfteste und Z...

... hat ihm dieses herrliche Pferd verehrt als Preis seiner Tapferkeit, als Lohn seiner Stärke und als Zeichen seines unvergänglichen Ruhmes. Preis sei diesem Sihdi, dem Gerechten, der nach Verdienst belohnt, und Ehre sei meinem Herrn, Hadschi Halef Omar Ben Hadschi Abul Abbas Ibn Hadschi Dawuhd al Gossarah!" So würde sie sagen, und alle Söhne der Araber würden einstimmen in das Lob Deiner Gerechtigkeit; sie würden Lobgesänge dichten auf Deine Unparteilichkeit und herrliche Strophen auf den Glanz ...
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...and die Küste des Skipetarenlandes sehr bald unsern Blicken. Wie wir nach Jaffa und el Kudsischscharif (Jerusalem, die "heiligedle") gekommen sind, davon vielleicht ein anderes Mal. Für jetzt ist nur noch zu erwähnen, daß der Lord den Hadschi und Omar auch sehr reich beschenkte, und daß ich meinen "Freund und Beschützer" bat, mir einmal zu schreiben. Er möge den Brief nach Mossul senden, von wo aus er wohl an mich gelangen werde. Zu diesem Zweck nahm er Papier mit, und ich schrieb auf ein Couve...

...ar manchen muntern Schreibepudel fertig gebracht; aber der Brief war ebenso kurz, wie gut gemeint, und verursachte mir große Freude. Hier sein Inhalt, natürlich aber in Transskription: »Sewgülü sihdim! En ni' mi es sallam Allahdan! Geltik ben we Omar ben Sadek. Surur we bacht her tarafda. El massahri! Ez zerh! Iftichahr, esch scharaf, ez zewk! Kara Ben Nemsi Emir el baraki, el muhab'bi, lilistizkar, es sallah! Hanneh el mu sajira, Bint Amschah Bint Malek el Ateïbeh sahlim kwaijisa, hejrana. K...

... Nemsi Emir el baraki, el muhab'bi, lilistizkar, es sallah! Hanneh el mu sajira, Bint Amschah Bint Malek el Ateïbeh sahlim kwaijisa, hejrana. Kara Ben Hadschi Halef oghul ewladim bir kahreman; arb' in tamrin fard marra jutar; ja Allah, ja Sama!!! Omar Ben Sadek Sahama Bint Hadschi Schukar esch Schamain Ben Mudal Hakuram Ibn Saduk Wesilegh esch Schammar awret almar; bir maldar we güzel kyz. Allah sahna pek eji hawa bakschischlar we gyzel hawanyn kejfijeti. Rih el husahn pek kemterin we terbijel...

...a Bint Hadschi Schukar esch Schamain Ben Mudal Hakuram Ibn Saduk Wesilegh esch Schammar awret almar; bir maldar we güzel kyz. Allah sahna pek eji hawa bakschischlar we gyzel hawanyn kejfijeti. Rih el husahn pek kemterin we terbijeli sallam werir. Omar Ben Sadek wahid eß Ssiwan el kwaijis ile bir hamat el musajira. Daha jakynda awret al! Allah seni arka olsun! Dajma choschmud ol, tazirleme! Seni sewilim! Möhüri feramusch et! Chaten we lök benim jok! Daima hünerli ol, kahabat we günah sawul! Gel...

... Chaten we lök benim jok! Daima hünerli ol, kahabat we günah sawul! Gel baharin! Daima uslu, edebli, mürüwetli, we serschoschluk sakin! Düz dolu ittibar, tekrim, tewazu we ybadet yrzehli sadyk achbabin, himajetdschin we ajal pederi Hadschi Halef Omar Ben Hadschi Abul Abbas Ibn Hadschi Dawud al Gossarah.« Und dieser hochinteressante Schreibebrief lautet, in's Deutsche übersetzt, wörtlich: »Mein lieber Sihdi! Gnade und Gruß Gottes! Wir sind angekommen, ich und Omar. Freude und Glück überall! Geld! Panzer! Ruhm, Ehre, Wonne! Kara Ben Nemsi Emir sei Segen, Liebe, Andenken, Gebet! Hanneh, die Liebenswürdige, die Tochter Amscha's, der Tochter Malek's, des Ateïbeh, ist gesund, schön und entzückend. Kara Ben Hads...

...t! Hanneh, die Liebenswürdige, die Tochter Amscha's, der Tochter Malek's, des Ateïbeh, ist gesund, schön und entzückend. Kara Ben Hadschi Halef, mein Sohn, ist ein Held. Vierzig getrocknete Datteln verschlingt er in einem Athem; o Gott, o Himmel! Omar Ben Sadek wird heirathen Sahama, die Tochter von Hadschi Schukar esch Schamain Ben Mudal |335A Hakuram Ibn Saduk Wesilegh esch Schammar, ein reiches und schönes Mädchen. Allah schenke Dir sehr gutes Wetter und schöne Witterung! Rih, der Hengst, g...
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»Ja, nehmt mir die Fessel ab!« schrie Hamd el Amasat. »Ich werde den Schurken erwürgen, daß seine Seele nicht aus dem Leib und zur Hölle fahren kann!« Omar entledigte sich seiner Waffen und stellte sich in die Mitte der Stube. Alle an den Tischen Sitzenden standen auf und zogen sich in die Ecken zurück. Die Damen Galingré versteckten sich so, daß sie nichts sehen konnten. Ich stellte mich an die Thür...

... förmlich vor Verlangen, frei zu werden und sich auf den Gegner zu werfen. Halef band ihm die Arme los, und nun standen sich die Beiden gegenüber, einander mit den Augen messend. Niemand sagte ein Wort. Hamd el Amasat war länger und sehniger als Omar. Dieser hatte eine größere Geschmeidigkeit vor jenem voraus, und die Ruhe, welche er bewahrte, ließ hoffen, daß er Sieger sein werde. Wunden konnte es nicht geben, da nur mit den Händen gekämpft wurde. »So komm heran!« schrie Hamd el Amasat, inde...

...te, ließ hoffen, daß er Sieger sein werde. Wunden konnte es nicht geben, da nur mit den Händen gekämpft wurde. »So komm heran!« schrie Hamd el Amasat, indem er drohend die jetzt freien Fäuste ausstreckte, anstatt sich, wie ich geglaubt hatte, auf Omar zu werfen. Die Ruhe desselben schien ihm doch zu imponiren. Es war aber auch wirklich überraschend, daß sich nicht die Spur der leisesten Erregung bei dem Sohn Sadek's zeigte. Er hatte die Miene und Haltung eines Mannes, welcher ganz genau weiß, ...

...s leichter zu fassen war, und legte die Hände auf den Rücken. Hamd el Amasat ließ sich diese vortreffliche Gelegenheit nicht entgehen. Er that einen Sprung auf ihn zu und krallte ihm die beiden Hände um die Gurgel. Kaum war das geschehen, so warf Omar seine beiden Arme nach vorn und legte dem Feind die Hände an den Kopf, so daß die vier Finger jeder Hand auf die Ohren und nach hinten, die beiden Daumen aber nach vorn, auf die Augen zu liegen kamen. »Hund, Dich habe ich!« knirschte Hamd el Amas...

...den Kopf, so daß die vier Finger jeder Hand auf die Ohren und nach hinten, die beiden Daumen aber nach vorn, auf die Augen zu liegen kamen. »Hund, Dich habe ich!« knirschte Hamd el Amasat in satanischer Freude. »Mit Dir ist es vorbei!« Er drückte Omars Hals so fest zusammen, daß dieser blauroth im Gesicht wurde. Aber ich sah, was der Araber beabsichtigt hatte. Er verschmähte es, noch eine Antwort zu geben. Eine kleine Bewegung seiner Daumen, ein kräftiger Druck derselben, und Hamd el Amasat sti...

...ndeter Panther, und ließ die Hände von dem Hals seines Gegners los, denn dieser hatte ihm - - beide Augen ausgedrückt. Der Verletzte fuhr sich mit den Händen nach den Augen und hielt nicht inne mit seinem Gebrüll. Er war verloren, denn nun konnte Omar ihn bequem erwürgen. Die Scene, welche nun folgen mußte, war zu entsetzlich; ich wendete mich und ging zur Thüre hinaus. Meine ganze Seele wollte sich gegen dieses Geschehniß aufbäumen. Dieses Blenden und dann Abwürgen des Feindes kam mir geradez...

... Doch den Wahn, der Menschen noch betört, Strahlt sie nicht hinweg von diesem Volke, Welches ewig, ewig sich zerstört.« Drin in der Stube war es ruhig geworden. Das Brüllen hatte aufgehört. War Hamd el Amasat nun todt? Da ging die Thüre auf, und Omar kam heraus. »Ist's zu Ende?« fragte ich schaudernd. Er hatte das Messer und die Pistolen wieder im Gürtel stecken. Der Kampf mußte also vorbei sein. »Ja,« antwortete er. »Die Rache ist vollendet, und die Seele meines Vaters wird befriedigt auf ...
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...nd dieser Augenblick Dir die Peitsche!« unterbrach ihn Halef, indem er herbeisprang und aus allen Kräften auf ihn losschlug. »Erkennst Du nicht auch mich, Du Sohn einer Hündin und Du Enkel einer verfaulten Hyäne? Ich bin jener kleine Hadschi Halef Omar, der bei diesem Effendi war, als er Dich traf!« Hamd el Amasat bewegte sich nicht. Er nahm die Streiche hin, ohne den Fuß von der Stelle zu rühren. Er starrte den Kleinen an und schien die Hiebe gar nicht zu fühlen, welche er bekam. »Und erkenns...

... als er Dich traf!« Hamd el Amasat bewegte sich nicht. Er nahm die Streiche hin, ohne den Fuß von der Stelle zu rühren. Er starrte den Kleinen an und schien die Hiebe gar nicht zu fühlen, welche er bekam. »Und erkennst Du nicht auch mich?« fragte Omar, indem er langsam herbeitrat und Halef auf die Seite schob. »Ich bin Omar, der Sohn Sadek's, den Du auf dem See Dscherid ermordet hast, so daß er nun unter dem Salz im fließenden Sand begraben liegt und Niemand die Stelle besuchen kann, um an ihr zu Allah und dem Propheten zu beten. Ich bin Dir gefolgt von Kbilli aus. A...

...ie Stunde der Rache ist da! Du entkommst mir nicht wieder, und unter Deinen Füßen öffnet sich bereits die Dschehenna, um Deine Seele zu empfangen, welche verflucht und verdammt ist für alle Ewigkeit!« Welch ein Unterschied zwischen diesen Beiden! Omar stand ruhig, stolz und hochaufgerichtet da. In seinem Gesicht war nicht die Spur einer Leidenschaft, des Hasses, der Rache zu sehen. Nur kalte, finstere Entschlossenheit lag über demselben ausgebreitet. Hamd el Amasat zitterte, nicht vor Angst, s...

...ein Athem flog. »Ja mlahjiki, ja schijatin,« zischte er, »laisch ana jasihr - o ihr Engel, o ihr Teufel, warum bin ich gefangen! Hätte ich meine Hände frei, so würde ich Euch erwürgen, Euch Alle, Alle!« »Du sollst Deinen Willen haben,« antwortete Omar. »Du hast Dir Dein Urtheil selbst gesprochen. Du sollst erwürgt werden ohne Gnade und ohne Barmherzigkeit. Effendi, hast Du noch mit ihm zu sprechen?« Die Frage war an mich gerichtet. »Nein,« antwortete ich. »Er hat nicht geleugnet. Ich bin fert...
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...ll seine Missethaten. Er hat meinen Freund Sadek vom Stamm der Merasig getödtet. Dieser war der berühmteste Führer über den Schott Dscherid und ist von der Kugel dieses Mörders gefallen, den dafür die meinige treffen wird!« »Die Deinige?« fragte Omar, indem er seinem Pferd die Sporen gab, daß es sich hoch aufbäumte. »Hast Du vergessen, daß ich der Sohn Sadek's bin? Habe ich diesen Mörder nicht verfolgt durch die Hälfte der Sahara? Er ist mir entgangen. Nun aber, da ich weiß, wo er ist, bin ich...

...inen Vater ermordet habe? Noch weiß ich jedes Wort dieses Schwures. Er lautete: "Allah, Du Gott der Allmacht und Gerechtigkeit, höre mich! Mohammed, Du Prophet des Allerhöchsten, höre mich! Ihr Khalifen und Märtyrer des Glaubens, höret mich! Ich, Omar Ben Sadek, werde nicht eher lachen, nicht eher meinen Bart beschneiden, nicht eher die Moschee besuchen, als bis die Dschehennah aufgenommen hat den Mörder meines Vaters. Ich schwöre es!" So habe ich damals gesagt, und nun sollt Ihr mir bestätigen...

... eine Moschee zum Gebet gegangen? Hat eine Scheere meinen Bart berührt, welcher mir fast bis auf die Brust gewachsen ist? Und nun, da ich endlich, endlich den Mörder meines Vaters treffen werde, soll ich ihn Andern überlassen? Nein, Hadschi Halef Omar, das darfst Du nicht von mir verlangen! Derjenige, der sich an ihm vergreift, wird mein ärgster Feind, und wenn er vorher mein bester Freund gewesen, ja, und wenn es unser Effendi selbst wäre!« Omar war in diesem Augenblick der ächte Wüstensohn. Seine Augen funkelten, und seine Zähne knirschten gegen einander. An Versöhnlichkeit und Gnade war da nicht zu denken. Der unerbittliche Ton, in welchem er gesprochen hatte, machte einen solchen Eindr...
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Er sah mich wortlos an und schüttelte den Kopf. Ein solches Geschenk ging über seinen kleinen finanziellen Horizont. Omar zog schnell auch seinen Beutel hervor. Er hatte mehr erhalten. Als Franzose hatte Galingré zwar englisches Geld gegeben, aber nach französischen Werthen gerechnet, wie ich wohl bemerkte. Omar hatte fünftausend Franken erhalten, eine ungeheure Summe für diese beiden anspruchslosen Leute! Das waren fürstliche Geschenke! Aber Galingré war von der sehr richtigen Überzeugung ausgegangen, daß er und die Seinen ohne uns nicht mehr leben würd...

...n kann!« Diese überschwengliche Vorstellung von der Größe seines Vermögens konnte ihn leicht zur Verschwendung treiben. Ich erklärte ihm also durch verschiedene Aufzählungen, daß sein Besitz nicht im Entferntesten so bedeutend sei, wie er denke. Omar's Freude war eine stillere. Er lächelte glücklich vor sich hin und sagte: »Galingré hat mir das gegeben, wonach ich mich so sehr sehne: ich kann mir nun eine Heimat erwerben. Ich werde mit Halef zu den Haddedihn gehen und mir ein Kameel, einige Ri...

...ir zu, auf denselben einzugehen. Indessen hatten wir Gori erreicht, kamen nach nicht ganz zwei Stunden nach Skala und ritten dann von der Höhe nach Skutari hinab, dem Endpunkt unserer Reise durch das Land der Skipetaren. Lindsay hatte Halef und Omar seinen Plan mitgetheilt; derselbe wurde mit Entzücken aufgenommen, und die Beiden drangen so stürmisch in mich, daß ich schließlich nachgeben mußte, was, offen gestanden, gar nicht so ungern geschah. Es ging mir jetzt wie immer: ich war länger vo...
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...gtes Gesicht, daß ich ihn fragte: »Wo hast Du sie denn hingethan?« »Ich habe sie in die Tasche des Kaftans geschüttet, welcher drin hängt.« »Das ist freilich eine sehr große Heldenthat, auf welche Du stolz sein kannst. Der berühmte Hadschi Halef Omar beginnt, Jungenstreiche auszuführen!« Er lächelte in sich hinein. Meine Bemerkung war nicht geeignet, ihn zu beleidigen. Als wir nun zu Osco und Omar traten, meldeten die Beiden, daß nichts Störendes vorgekommen sei. Der Köhler konnte aber seine Ungeduld nicht länger beherrschen und sagte: »Jetzt bist Du wieder da. Nun wirst Du uns wohl erlauben, die Bank zu verlassen?« »Noch nicht. Ihr werdet...

...»Erlegen?« fragte er, beinahe stammelnd. »Was ist denn geschehen?« »Ganz genau das, was sie beabsichtigten, nämlich ein Überfall, doch mit dem Unterschied, daß sie überfallen wurden.« »Sie? Von wem?« »Von uns natürlich. Dieser mein Hadschi Halef Omar und ich, wir allein, haben sie überfallen, sie, die ihrer sechs wohlbewaffnete Männer waren. Zwei von ihnen sind todt - sind von der Felsenbastei herabgeschmettert. Die Andern haben wir gefesselt, auch den Konakdschi, unsern verrätherischen Führe...
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...en gerissen worden. Der kleine Held hatte sich jedenfalls in sehr bedrängter Lage befunden. Verwundet war er nicht; aber ein Kolbenhieb, welchen er auf die linke Achsel erhalten hatte, schmerzte ihn sehr. Osco war gleichfalls unverwundet, und nur Omar blutete aus einem tiefen Schnitt quer über den linken Vorderarm. Halef verband ihn rasch, wozu er die Fetzen seines Kaftans benützte. Ich aber ging zum Lord, dessen Regungslosigkeit mir Sorge machte. Ich untersuchte ihn und dankte Gott: er hatte ...

...len Dingen mußte nun Halef sich auf den Rappen setzen und in das Dorf zurückreiten, um Leute zu holen, denen wir die Besiegten übergeben konnten. Osco ritt bis dahin zurück, wo meine Gewehre mit dem Gürtel lagen, um mir diese Gegenstände zu holen. Omar war verbunden und konnte mithelfen, das Schlachtfeld zu besichtigen. Der Lord hatte sich erhoben und sich auch endlich auf Alles besonnen, was bis zu seinem Sturz geschehen war. »Verteufelte Geschichte!« brummte er. »Grad als der Tanz losgehen s...

...laß schadet ihnen nichts. Sie haben auch nicht nach dem unserigen gefragt. Wir sind Sieger; das ist die Hauptsache, und zwar haben wir nur einen Schnitt in den Arm davongetragen. Das ist doch glorios! Wie sind denn die Rollen vertheilt gewesen?« »Omar einen, Osco zwei, ich zwei und Halef drei. Ihr seht, daß wir munter sein mußten. Laßt uns nach diesen Leuten sehen.« Was wir noch zu thun hatten, bestand darin, die Verwundeten zu verbinden und den nur Besinnungslosen die Hände auf den Rücken zu ...
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...rde der Feind von den Andern gejagt, und nun befand ich mich im Süden, um ihn zu empfangen. Er war eingeschlossen. Übrigens hätte ihm auch schon die Spalte das Entkommen nach Süden verwehrt. Eben jetzt sah ich, daß er anhielt und sein Gewehr auf Omar richtete. Dieser trieb sein Pferd zu einem Seitensprung an und wurde in Folge dessen nicht getroffen. Dann aber jagte er auf Hamd el Amasat zu, die Flinte hoch erhoben, um ihn niederzuschlagen. Er wollte ihn lebendig haben, ihn nur betäuben. Hamd...

...t um die Arme gelegt, so daß er dieselben nicht bewegen konnte. Ich kniete nieder und legte ihm den Riemen noch mehrere Male um den Leib. Der Sturz vom Pferde hatte ihn halb betäubt. Er starrte mich mit großen Augen an, sagte aber nichts. Da kam Omar gejagt und sprang aus dem Sattel. »Wie?« rief ich ihm erfreut zu. »Ich sah Dich stürzen und dachte, Du seist getroffen!« »Der Kerl hat schlecht geschossen,« antwortete er. »Die Kugel hat mir den Zügel zerrissen; darum kam mein Pferd zu Fall. Endl...

...ch nicht zu sagen, wer wir seien. Er sollte erst nach unserer Ankunft im Newera-Khan gerichtet werden. Er war wieder bei voller Besinnung und wurde auf sein Pferd gebunden. Osco und Halef nahmen ihn zwischen sich, um ihn nach dem Khan zu bringen. Omar bot sich dazu an; aber ich sagte ihm aufrichtig, daß ich ihm nicht ganz traue. Wenn er den Gefangenen begleitete, so stand zu befürchten, daß er, ohne unsere Einwilligung, seine Rache sättigen würde. Während diese Drei in schräger Richtung direkt...
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...en könnte?« »Ja. Wenn Sie es ihm nicht direkt bieten, sondern als Zeichen der Ehrerbietung für die "Herrlichste der Frauen und Töchter", so werden Sie es ihm ermöglichen, mit Stolz in seine Heimat zurückzukehren und dann Ihrer zu gedenken.« »Und Omar?« »Ist noch ärmer. Er war, wie sein Vater, Führer über die Salzdecke des Schott Dscherid, ein fürchterlich waghalsiges Geschäft, wie ich selbst erfahren und auch erlebt habe. Sein Vater wurde, während er uns über den Schott führte, von Hamd el Am...

...Er war, wie sein Vater, Führer über die Salzdecke des Schott Dscherid, ein fürchterlich waghalsiges Geschäft, wie ich selbst erfahren und auch erlebt habe. Sein Vater wurde, während er uns über den Schott führte, von Hamd el Amasat erschossen, und Omar verließ, vollständig mittellos, seine Heimat, um den Mörder zu suchen und die Blutthat zu rächen. Er ist von da aus, denken Sie sich, vom südlichen Tunesien aus, durch die Sahara, Ägypten und so weiter bis nach Constantinopel und dann mit uns bis...

...nun von mir scheiden muß, steht er hülflos da in der Fremde und weiß nicht, wie er seine ferne Heimat erreichen soll. Zwar kann ich ihm wohl so viel bieten, als er nöthig hat, seinen Hunger zu stillen, aber - - hm!« Ich hatte mit Absicht die Lage Omar's ein wenig ungünstiger geschildert, als sie in Wirklichkeit war. Dieser reiche Franzose konnte für den armen Araber schon ein wenig tiefer in den Beutel greifen. Er sagte auch gleich: »Nun, so soll es mir ein großes Vergnügen machen, für ihn sor...
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